Bernstein nachts suchen mit der UV-Lampe
Unter UV-Licht leuchtet Bernstein blau-grün, deshalb entdeckst du ihn nachts leicht im Spülsaum und im Wasser. Am besten eignen sich Lampen mit 395–420 nm, im Wasser 420 nm. Am meisten lohnt es sich nach einem Sturm, und zwar an einem Strand, an dem der Wind direkt auflandig wehte.

Unter ultraviolettem Licht leuchtet Bernstein, während Steine, Muscheln und Holzstückchen dunkel bleiben. Kleine Stücke, die du tagsüber nicht von nassem Kies unterscheiden kannst, siehst du nachts mit einer UV-Lampe schon aus mehreren Metern Entfernung.
Die Lampe macht die Suche leichter, aber sie bringt nicht mehr Bernstein an den Strand. Wenn das Meer nichts angespült hat, leuchtet auch unter UV nichts. Man kann mit einer starken Lampe mehrere Strände ablaufen und nicht einmal kleine Krümel finden. Zuerst musst du also das richtige Wetter abpassen, erst danach zählt die Ausrüstung.
Nachts Bernstein suchen, Schritt für Schritt
Das Wichtigste in vier Schritten. Details weiter unten.
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Such dir die richtige Nacht aus
Die besten Chancen auf einen Fund hast du nach einem Sturm, auch wenn dann die Konkurrenz am größten ist. Wähle einen Strand, an dem der Wind direkt auflandig wehte, und geh los, wenn die Wellen gerade abflauen. Wo die Bedingungen am besten sind, siehst du auf der Bernstein-Karte.
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Nimm eine UV-Lampe und eine normale Stirnlampe mit
Mit der UV-Lampe suchst du, mit der Stirnlampe leuchtest du dir den Weg oder schaust dir einen Fund genauer an. Zum Bernsteinsuchen eignet sich am besten eine Lampe mit 395–420 nm. Nützlich sind außerdem ein Ersatzakku, warme Kleidung, eine UV-Schutzbrille und ein Behälter für die Funde.
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Such im Spülsaum und wühl ihn durch
Am meisten Bernstein liegt dort, wo im Spülsaum viele kleine schwarze Holzstückchen liegen. Es leuchtet nur, was obenauf liegt, deshalb lohnt es sich, den Tang ab und zu umzudrehen.
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Prüf, was du aufhebst
Unter UV leuchten manchmal auch Plastik, Glas, Schnüre und Papier. Leg deine Funde in einen eigenen Behälter und nie lose in die Tasche, denn Bernstein lässt sich leicht mit weißem Phosphor verwechseln.

Warum Bernstein unter UV leuchtet
Das nennt man Fluoreszenz. Bernstein nimmt UV-Strahlung auf und gibt sie als sichtbares Licht wieder ab. Ostsee-Bernstein leuchtet meist blau, türkis oder grünlich, Farbton und Helligkeit sind von Stück zu Stück verschieden. Auch Plastik oder Glas können unter UV manchmal leuchten, deshalb lohnt sich bei jedem Fund ein zweiter Blick. Mehr zum Erkennen im Ratgeber Bernstein erkennen.
Bernstein leuchtet nur, solange das Licht der Lampe auf ihn fällt, und hört sofort auf zu leuchten, wenn du sie ausschaltest. Je dunkler es um dich herum ist, desto deutlicher leuchtet er: In der Sonne siehst du ihn ohne geübtes Auge nicht so gut, in einer dunklen Nacht dagegen selbst die kleinsten Krümel.

Welche UV-Lampe für Bernstein: 365, 395 oder 420 nm?
Zum Bernsteinsuchen eignen sich Lampen mit 395–420 nm am besten, und um Bernstein im Wasser zu entdecken, vor allem 420 nm. Die verbreiteten 365-nm-Lampen zeigen Bernstein auch und reichen für die gelegentliche Suche, aber selbst die stärkeren leuchten nur eine kleine Fläche aus, und der Bernstein „leuchtet“ schwächer.
Im Wasser kommt noch etwas hinzu. In der Ostsee sind viele gelöste organische Stoffe, die Flüsse vom Land ins Meer spülen (in der Fachliteratur CDOM oder Gelbstoff genannt). Laut Untersuchungen des Instituts für Ozeanologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften sind sie der wichtigste Lichtabsorber im Ostseewasser, und zwar umso stärker, je kürzer die Wellenlänge ist. Licht mit 365 nm wird im Wasser also deutlich schneller geschluckt als Licht mit 420 nm. Auf trockenem Spülsaum spielt das eine kleinere Rolle. Suchst du aber in der Brandung oder unter einer dünnen Wasserschicht, ist der Unterschied sehr groß.
Auch die Leistung zählt. Mit einer starken Lampe erkennst du Bernstein in den Wellen mehrere Meter vor dir, mit einer schwachen nur vor deinen Füßen. Starke Lampen leeren den Akku allerdings schnell, bei Frost noch schneller. Lade die Lampe vor dem Losgehen voll auf und nimm einen Ersatzakku mit. Eine 420-nm-Lampe kaufst du besser gezielt bei einem Händler für Bernsteinausrüstung, statt irgendeine UV-Lampe aus dem Internet zu nehmen.
Nimm neben der UV-Lampe eine normale weiße Stirnlampe mit, denn im violetten Licht siehst du schlecht, wohin du trittst. Wenn du eine starke UV-Lampe benutzt, ist eine UV-Schutzbrille Pflicht; oft liegt sie der Lampe bei. Leuchte mit der UV-Lampe niemandem in die Augen, auch dir selbst nicht. Die übrige Ausrüstung, darunter Kescher und Wathose, beschreiben wir im Ratgeber Ausrüstung zum Bernsteinsammeln.
Wann du mit der Lampe losgehst
Genauso wie tagsüber: nach einem Sturm, wenn der auflandige Wind nachlässt und die Wellen abflauen, meist einige Stunden nach dem stärksten Wind. Auch die Windrichtung zählt, denn welche am besten ist, hängt davon ab, wie der Strand ausgerichtet ist. Auf Usedom ist es Nordostwind (NO), an der Ostküste Rügens bei Binz Wind aus Nordost bis Ostnordost (NO–ONO), bei Prerow und Zingst (Darß/Zingst) Nordwind (N) und auf dem Fischland bei Ahrenshoop Wind aus Westnordwest bis Nordwest (WNW–NW). Mehr zum richtigen Zeitpunkt im Ratgeber Wann Bernstein finden.
Vom Herbst bis zum Frühjahr wird es früh dunkel, deshalb fällt der beste Moment nach einem Sturm oft erst nach Einbruch der Dunkelheit. Ohne Lampe musst du dann aufhören, mit Lampe kannst du weitersuchen.
Nach einem guten Sturm sind an beliebten Stränden oft auch andere mit Lampen unterwegs, und bis zum Morgen kann der Spülsaum schon abgesucht sein. Wenn du kannst, geh noch am selben Abend los, sobald die Wellen abflauen.
Sieh die Nachtsuche am besten als Verlängerung der Suche am Tag. Tagsüber siehst du leichter, wo das Meer am meisten Material angespült hat, und entdeckst größere Stücke. Nachts findest du, was man tagsüber leicht übersieht: kleine Krümel und Stücke zwischen dunklen Holzresten.

Wo du leuchtest: Spülsaum und Brandung
Zuerst der Spülsaum, also der Streifen aus Tang, Holzstückchen und Treibholz, der am Strand liegen bleibt, wenn sich die Wellen zurückziehen. Bernstein ist nur etwas schwerer als Wasser und viel leichter als Sand, deshalb legen ihn die Wellen zusammen mit Holz und Tang ab. Dichte Streifen kleiner schwarzer Holzstückchen sind ein gutes Zeichen. Besteht der Spülsaum vor allem aus Muscheln, ist meist wenig Bernstein dabei. Woran du einen guten Spülsaum erkennst, steht im Ratgeber Bernstein nach dem Sturm.
Bernstein liegt oft unter dem Tang, und die Lampe zeigt nur, was obenauf liegt. Wühl den Spülsaum also durch und leuchte noch einmal. In einem dicken, frischen Spülsaum übersiehst du sonst eine Menge.
Der zweite Ort ist das Wasser. Wenn die Wellen abflauen, wirft das Meer das Material am Ufer immer noch hin und her, und im Licht einer starken 420-nm-Lampe siehst du im Wasser und im Schaum leuchtende Punkte. Das ist der Moment für Kescher und Wathose: Du gehst ins flache Wasser, leuchtest vor dich und fischst heraus, was leuchtet. Das ist etwas für Erfahrene und nichts für den Höhepunkt eines Sturms. Im Dunkeln lässt sich die Wellenhöhe schwerer einschätzen, und nach ein paar Stunden können die Wellen wieder zunehmen.
Die UV-Lampe funktioniert an jedem Ostseestrand, von Usedom und Rügen über den Darß bis zur Lübecker Bucht, sofern das Meer dort etwas angespült hat.

Was sonst noch unter UV leuchtet
Beim ersten nächtlichen Ausflug sammelt man leicht eine Menge Müll ein. Unter UV leuchten manchmal auch Plastik, Glas, Schnüre, Papier- und Stoffstücke. Manche davon enthalten sogenannte optische Aufheller, also Stoffe, die Papier, Kunststoffen und Waschmitteln zugesetzt werden und unter UV-Licht blau leuchten.
Heb alles auf, was leuchtet, und schau es dir im normalen Licht der Stirnlampe an. Bernstein ist sehr leicht und fühlt sich warm an, Plastik oder Papier erkennst du meist sofort an Form und Oberfläche. Wenn du dir nicht sicher bist, nimm den Fund (in einem Behälter, nicht lose) mit und prüf ihn zu Hause mit den Tests aus dem Ratgeber Bernstein erkennen.
Achtung: weißer Phosphor
An Ostseestränden spült das Meer manchmal weißen Phosphor aus alter Munition an; besonders bekannt dafür ist die Insel Usedom. Er sieht Bernstein sehr ähnlich. Sobald er trocknet, entzündet er sich von selbst und brennt mit über 1.000 °C. Mit einer UV-Lampe kannst du ihn nicht sicher von Bernstein unterscheiden.
Steck Funde nie lose in die Tasche. In einer warmen Jackentasche kann Phosphor trocknen und sich entzünden. Wenn du ein zweifelhaftes Stück mitnehmen willst, dann nur in einem Behälter mit Wasser. Im Zweifel lass das Stück am Strand liegen.
Sicher unterwegs in der Nacht
Im Dunkeln ist schwer zu erkennen, wie hoch die Wellen sind, wo das flache Wasser endet und wo Steine liegen. Ein paar einfache Regeln:
• Geh bei Sturm nicht ins Wasser. Mit dem Kescher gehst du erst rein, wenn die Wellen abflauen, und raus, sobald sie wieder höher werden.
• Pass im Winter auf vereiste Strandzugänge und vereistes Ufer auf. Zieh dich warm an, nach ein paar Stunden im Wind kühlt man schnell aus.
• Nimm zum Gehen die weiße Stirnlampe und schalte die UV-Lampe zum Suchen ein.
• Leuchte anderen nicht mit der UV-Lampe in die Augen, vor allem wenn viele Leute in der Nähe suchen.
• Nimm ein geladenes Handy mit, am besten in einer wasserdichten Hülle.
An der deutschen Ostsee darf Bernstein nur in geringen Mengen und für private Zwecke gesammelt werden. In Nationalparks wie dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft am Darß gelten zusätzliche Einschränkungen, und unterhalb der Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund auf Rügen ist die Suche wegen der Abbruchgefahr nicht sicher, nachts erst recht nicht. Achte vor dem Losgehen auf die Beschilderung am Strandzugang.
Zusammenfassung
Eine UV-Lampe macht die Bernsteinsuche viel leichter, vor allem bei kleinen Krümeln und Stücken im Wasser. Am besten funktioniert eine voll geladene Lampe mit 395–420 nm (im Wasser 420 nm) in einer dunklen Nacht nach einem Sturm.
Wo und wann das Meer Bernstein anspülen kann, zeigt die AmberMap-Karte: Tag für Tag, für jeden Küstenabschnitt. Während eines Sturms und direkt danach ändern sich die Bedingungen von Stunde zu Stunde, deshalb gibt es in der Premium-Version einen Stundenplaner, der zeigt, ab wann sich das Losgehen lohnt. Eine Vorhersage garantiert keine Funde, aber sie hilft dir, eine Nacht zu wählen, in der sich der Weg an den Strand auszahlt.
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Häufige Fragen
Welche UV-Lampe ist die beste zum Bernsteinsuchen?
Taugt eine 365-nm-UV-Lampe für Bernstein?
In welcher Farbe leuchtet Bernstein unter UV-Licht?
Wann ist die beste Zeit, nachts Bernstein zu suchen?
Hilft eine UV-Lampe auch am Tag?
Ist alles, was am Strand unter UV leuchtet, Bernstein?
Darf ich nachts an jedem Strand Bernstein suchen?
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